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Magnesiummalat – die Magnesium-Form, die anders ankommt

Magnesium-Malat im Zusammenhang mit Energie, Muskelfunktion und körperlicher Belastung

Warum die chemische Form von Magnesium einen Unterschied macht

Die meisten Menschen denken bei Magnesium zuerst an Muskeln und Krämpfe. Das ist verständlich, greift aber zu kurz.

Magnesium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper und ist als Cofaktor an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Viele davon laufen weit weniger sichtbar ab als ein nächtlicher Krampf: etwa die Bereitstellung von ATP, die Regulation des Nervensystems, die Steuerung der Muskelkontraktion und zahlreiche Prozesse des Energiestoffwechsels.

Gerade weil Magnesium an so vielen grundlegenden Vorgängen beteiligt ist, stellt sich bei einer Supplementierung nicht nur die Frage nach der Menge. Auch die chemische Form spielt eine Rolle.

Denn Magnesium liegt in Nahrungsergänzungsmitteln nicht isoliert vor, sondern ist an unterschiedliche Verbindungen gebunden. Diese unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Löslichkeit und Bioverfügbarkeit.[1]

Eine dieser Verbindungen ist Magnesium-Malat. Hier ist Magnesium an Malat gebunden – das Salz der Äpfelsäure und zugleich ein natürlicher Bestandteil unseres zellulären Energiestoffwechsels.

Was Magnesium-Malat biochemisch anders macht

Magnesiumoxid zählt zu den am weitesten verbreiteten Magnesiumformen, besitzt jedoch eine vergleichsweise geringe Bioverfügbarkeit. Organische Magnesiumverbindungen werden deshalb seit Langem als Alternative untersucht.[1]

Bei Magnesium-Malat trifft Magnesium auf eine Verbindung, die selbst Teil eines zentralen Stoffwechselwegs ist.

Malat ist ein Zwischenprodukt des Citratzyklus. Dieser läuft in den Mitochondrien unserer Zellen ab und spielt eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung von Nährstoffen in nutzbare Energie.

Das ist aus biochemischer Sicht besonders interessant: Magnesium wird für zahlreiche ATP-abhängige Reaktionen benötigt, während Malat direkt in einen Stoffwechselweg eingebunden ist, der an der zellulären Energiebereitstellung beteiligt ist.[2]

Damit verbindet Magnesium-Malat zwei Komponenten, die beide eine Beziehung zum Energiestoffwechsel besitzen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Magnesium-Malat anderen Magnesiumformen grundsätzlich überlegen ist. Die direkte klinische Forschung speziell zu dieser Verbindung ist bislang deutlich begrenzter als die allgemeine Forschung zu Magnesium.

Magnesium, Muskel und körperliche Leistungsfähigkeit

Die Bedeutung von Magnesium für die Muskelfunktion geht weit über die bekannte Verbindung zu Muskelkrämpfen hinaus.

Magnesium ist unter anderem an der neuromuskulären Signalübertragung, Muskelkontraktion und Energiebereitstellung beteiligt.[2]

Eine 2017 veröffentlichte Übersichtsarbeit untersuchte deshalb, welchen Einfluss eine Magnesiumsupplementierung auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben könnte. Die ausgewerteten Untersuchungen zeigen, dass der Ausgangsstatus eine wichtige Rolle spielt: Besonders bei Personen mit einer unzureichenden Magnesiumversorgung können Zusammenhänge mit verschiedenen Parametern der körperlichen Leistungsfähigkeit relevant sein.[4]

Gerade bei körperlicher Belastung wird deutlich, wie eng Muskelarbeit und Energiestoffwechsel miteinander verbunden sind. Jede Muskelkontraktion benötigt ATP – und Magnesium ist unmittelbar an dessen biologischer Nutzung beteiligt.

Was wissen wir speziell über Magnesium-Malat?

Eine der häufig zitierten klinischen Untersuchungen zu Magnesium und Malat stammt aus dem Jahr 1995.

In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Pilotstudie wurde eine Kombination aus Magnesium und Äpfelsäure bei Menschen mit Fibromyalgie untersucht. Dabei standen unter anderem Schmerz und Druckempfindlichkeit im Mittelpunkt.[3]

Die Untersuchung ist interessant, sollte jedoch entsprechend eingeordnet werden: Sie war klein, untersuchte eine spezifische Patientengruppe und liefert daher keine allgemeingültige Aussage über Magnesium-Malat bei gesunden Menschen.

Gerade dieser Unterschied ist wichtig. Während die physiologische Bedeutung von Magnesium sehr gut dokumentiert ist, steht die klinische Forschung zur spezifischen Verbindung Magnesium-Malat noch vergleichsweise am Anfang.

Seine Besonderheit ergibt sich daher derzeit vor allem aus der biochemischen Kombination: Magnesium als essenzieller Mineralstoff des Energiestoffwechsels und Malat als Bestandteil des Citratzyklus.

Magnesium und Schlaf

Auch die Verbindung zwischen Magnesium und Schlaf wird wissenschaftlich untersucht.

Schlaf hängt von zahlreichen biologischen Systemen ab. Dazu gehören neuronale Erregbarkeit, hormonelle Regulation und die Fähigkeit des Nervensystems, zwischen Aktivität und Erholung zu wechseln.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielten 46 ältere Erwachsene mit primärer Insomnie über acht Wochen entweder Magnesium oder ein Placebo. Dabei wurden Veränderungen verschiedener Schlafparameter sowie von Melatonin und Cortisol beobachtet.[5]

Wichtig ist auch hier die Unterscheidung: Die Studie untersuchte Magnesium allgemein und nicht speziell Magnesium-Malat.

Sie zeigt jedoch, warum Magnesium in der Schlafforschung überhaupt von Interesse ist. Der Mineralstoff erfüllt im Organismus weit mehr Aufgaben als die Regulation der Muskulatur und ist an zahlreichen Prozessen beteiligt, die auch für Nervensystem und Energiestoffwechsel relevant sind.

Magnesium ist nicht gleich Magnesium

Die verschiedenen Magnesiumverbindungen unterscheiden sich nicht deshalb, weil das enthaltene Magnesium ein anderes wäre. Entscheidend ist vielmehr, woran der Mineralstoff gebunden ist.

Bei Magnesium-Malat ist diese Verbindung aus biochemischer Sicht besonders interessant: Malat ist selbst Bestandteil des Citratzyklus und damit eines der zentralen Systeme unserer zellulären Energiebereitstellung.

Genau deshalb wird Magnesium-Malat häufig im Zusammenhang mit Energie, Belastbarkeit und Regeneration diskutiert.

Die wissenschaftliche Grundlage dafür besteht aus zwei Ebenen: einer sehr umfangreichen Forschung zur physiologischen Bedeutung von Magnesium und einer bislang wesentlich kleineren Datenlage speziell zu Magnesium-Malat.

Diese Unterscheidung ist entscheidend, wenn man verstehen möchte, was wir über Magnesium-Malat bereits wissen – und welche Fragen die Forschung noch beantworten muss.

Quellen

[1] Firoz M, Graber M. Bioavailability of US commercial magnesium preparations. Magnesium Research. 2001;14(4):257–262.

[2] de Baaij JHF, Hoenderop JGJ, Bindels RJM. Magnesium in Man: Implications for Health and Disease. Physiological Reviews. 2015;95(1):1–46.

[3] Russell IJ, Michalek JE, Flechas JD, Abraham GE. Treatment of fibromyalgia syndrome with Super Malic: a randomized, double blind, placebo controlled, crossover pilot study. Journal of Rheumatology. 1995;22(5):953–958.

[4] Zhang Y, Xun P, Wang R, Mao L, He K. Can Magnesium Enhance Exercise Performance? Nutrients. 2017;9(9):946.

[5] Abbasi B, Kimiagar M, Sadeghniiat K, et al. The effect of magnesium supplementation on primary insomnia in elderly: A double-blind placebo-controlled clinical trial. Journal of Research in Medical Sciences. 2012;17(12):1161–1169.