Pyrrolochinolinchinon (PQQ) wurde erst vor wenigen Jahren „entdeckt” und näher erforscht. Dabei zeigte PQQ zwei hochinteressante Eigenschaften, die diese Substanz gegenüber anderen Vitalstoffen auszeichnen:
- seine antioxidative Stärke
- seine einmalige Fähigkeit zur mitochondrialen Biogenese
A) PQQ als Antioxidans
Im Gegensatz zu der DNA (Erbanlage) im Zellkern jeder menschlichen Zelle, verfügt die Mitochondrien DNA (Mitochondrien haben eine eigene Erbanlage) über wenig Schutz und Reparaturmechanismen. Mitochondrien sind also weniger gut geschützt und darüber hinaus einer weitaus größeren Belastung ausgesetzt als der Rest der Zellstrukturen.
PQQ befindet sich direkt in den Mitochondrien und kann die freien Radikale somit direkt am Ort der Entstehung neutralisieren. Die sehr stabile Molekülstruktur von PQQ bedingt die hohe „Leistungsfähigkeit” im Sinne der antioxidativen Kapazität im Bereich des Elektronentransports der Atmungskette. Es hat sich als besonders effektiv erwiesen im Neutralisieren von Superoxid- und Hydroxyl-Radikalen. Laut der neuesten Erkenntnisse ist PQQ bis zu 5000-mal effizienter als beispielsweise Vitamin C. Dies liegt daran, dass PQQ in der Lage ist, einen nahezu kontinuierlichen katalytischen Zyklus (die Fähigkeit, wiederholte Oxidations- und Reduktionsreaktionen durchzuführen) zu erzeugen: PQQ kann bspw. 20.000 katalytische Umwandlungen durchzuführen, wohingegen Vitamin C auf lediglich 4 kommt.
B) PQQ und die mitochondriale Biogenese
Mitochondrien haben eine eigene Erbanlage. Leider haben sie nicht die gleichen Reparatursysteme wie unsere Zell-DNA. Schäden an der Mitochondrien-DNA können deshalb nicht gleichermaßen repariert werden. Zusätzlich unterliegt die Mitochondrien-DNA einem größeren Einfluss durch freie Radikale, die direkt im Zellatmungsprozess entstehen. Logisch ist, dass ein menschlicher Körper mit einem großen Anteil an geschädigten Mitochondrien keine gute Zellleistung hat. Eine schlechte Zellleistung bedeutet eine schlechte Organleistung und dies eine schlechte Gesamtgesundheit bis zu schwersten Störungen. Man könnte dies als natürlichen Prozess begreifen, da ein 90-Jähriger nur noch ca. 20 % funktionsfähige Mitochondrien hat. Leistungsschwäche und Krankheit sind die zwingende Folge. Aber nicht nur die geringe Anzahl der Mitochondrien macht uns im Alter zu schaffen. Defekte Mitochondrien sind nicht einfach “abgeschaltet”, sondern produzieren durch “defekte” Atmungsketten zwar keine Energie, dafür aber eine Menge oxidativen Stress. Die entstehenden freien Radikale wirken sich ihrerseits negativ auf noch “gesunde” Mitochondrien aus. Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20552048/
PQQ hat die einmalige Fähigkeit, die Neubildung von Mitochondrien in alternden Zellen anzuregen. Vor der Entdeckung von PQQ kannte man nur zwei Einflüsse, die die Neubildung von Mitochondrien anregen können:
- Ausgiebiges aerobes Ausdauertraining
- Kalorienreduktion
Pyrrolochinolinchinon (PQQ) fördert die Funktion und Bildung der Mitochondrien durch Aktivierung bestimmter Gene (Genexpression), welche die Entwicklung, die Neubildung (Reproduktion) und den Schutz der Mitochondrien gewährleisten. Ebenso werden wichtige mitochondriale Reperaturmechanismen aktiviert. PQQ generiert nicht nur neue Mitochondrien, sondern die Mitochondrien sind auch größer und haben eine höhere Masse. PQQ verstärkt die Expression von PGC-1α, eines der wichtigsten Faktoren zur Aktivierung von Genen, die das Mitochondrien-Wachstum anregen.
Quelle: https://www.jbc.org/article/S0021-9258(20)66100-2/fulltext
PQQ wurde in allen bisher analysierten pflanzlichen Lebensmitteln gefunden, allerdings in sehr geringen Mengen. Zu PPQ-reichen Nahrungsmitteln gehören Kiwi, Natto, Petersilie, grüne Paprika, Papaya und Tofu. 100 kg Kiwi enthalten jedoch nur 2,7 mg PQQ, 100 kg Natto immerhin 6,1 mg; grüner Tee ca. 2-3 mcg pro 118 ml.
Die aus Studien abgeleitete Einnahmeempfehlung 20 mg kann somit durch Ernährung unmöglich erreicht werden.
Da weder der Mensch noch die Bakterien, die den menschlichen Darm bevölkern, die Fähigkeit haben, PQQ zu synthetisieren, stuft die Wissenschaft PQQ als essentiellen Mikronährstoff ein. Es wird diskutiert, PQQ als B-Vitamin zu klassifizieren. Quelle: https://www.nature.com/articles/422832a
Quellen: